Schlagwort: feministischer Streik

  • Medienmitteilung: 35’000 Personen am feministischen Streiktag in Bern

    Medienmitteilung: 35’000 Personen am feministischen Streiktag in Bern

    Vereint im Widerstand โ€“ย  35’000 demonstrieren in Bern fรผr Gleichstellung!

    Am Samstagnachmittag gingen in Bern 35’000 Frauen, intergeschlechtliche, non-binรคre, trans und agender Menschen, kurz FINTA-Personen, und solidarische Mรคnner fรผr Gleichstellung auf die Strasse. Die bunte und laute Demonstration von der Berner Schรผtzenmatte durch die Innenstadt zum Bundesplatz bildete den Hรถhepunkt des diesjรคhrigen feministischen Streiktags 2025. Zu diesem hat das feministische Streikkollektiv Bern aufgerufen. Die Stadt Bern war bereits im Vorfeld lila gefรคrbt und es fanden diverse kreative Aktionen und Workshops statt. Unter dem Motto โ€œUnited in Resistance – Vereint im Widerstandโ€ wurden am 14. Juni Forderungen nach gleichen Rechten und Mitbestimmung fรผr alle laut. Besonders der Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt stand in diesem Jahr im Fokus.

    Warum heute erneut gestreikt wurde

    Das Feministische Streikkollektiv Bern erlebte im Vorfeld des Streiktags einen grossen Zulauf von jungen Menschen, was auch auf den antifeministischen Backlash zurรผckgefรผhrt wird: Konservative politische Krรคfte bedrohen gegenwรคrtig die Grundrechte von FINTA-Personen – das heisst Frauen, intergeschlechtlichen, nicht-binรคren, trans und agender Personen. In der Schweiz wird beispielsweise der geplante Abbau des Mutterschaftsurlaubs unter dem Deckmantel der Gleichstellung diskutiert. Zudem sind die Fรคlle tรถdlicher patriarchaler Gewalt in diesem Jahr besonders hoch: Bei der Schweigeminute im Laufe der Demonstration vom 14. Juni wurde den 15 Opfern von Feminiziden im Jahr 2025 gedacht.

    Gegen Gewalt an Frauen und queeren Menschen fordert das Feministische Streikkollektiv Bern konkrete Massnahmen:

    • konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention und mehr Schutzplรคtze fรผr Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt,ย 
    • Zugang zur Opferhilfe fรผr alle โ€“ unabhรคngig vom Aufenthaltsstatus,ย 
    • sowie politische Teilhabe fรผr alle in der Schweiz lebenden Menschen.ย 

    Eine Stimme von 35’000

    Fรผr Sara vom Feministischen Streikkollektiv Bern ist klar: ยซWir kรคmpfen vereint und widerstรคndig fรผr eine feministische und solidarische Welt, in der Gerechtigkeit und Sicherheit fรผr alle gewรคhrleistet sindยป. Solange das nicht erreicht ist, werde auch weiterhin am 14. Juni gestreikt, sagt Sara: ยซNichts tun ist keine Option, wenn wir tรคglich sexualisierte Gewalt erfahrenยป.

    Vielfรคltiges Programm

    Der Feministische Streiktag startete in Bern bereits am Nachmittag: Ein vielfรคltiges Programm auf der Schรผtzenmatte mit Workshops und kreativen Aktionen griff die diesjรคhrigen Forderungen des feministischen Streiks auf. Zum Beispiel wurde in einer Werkstatt der Gefรผhle Raum fรผr Ausdruck, Widerstand und Verbundenheit geschaffen. Gemeinsam reflektierten die Teilnehmenden dort die Bedeutung verschiedener Gefรผhle wie Wut, Freude, Hoffnung und Ohnmacht sowie deren Relevanz fรผr politische Kรคmpfe und Lebensrealitรคten. Die bewilligte Demonstration endete um 18 Uhr auf dem Bundesplatz, wo im Anschluss Reden, Konzerte und Musik stattfanden. 

    Kontakt:

    Name: Rhea Bรผrgi, Feministisches Streikkollektiv Bern

    medien@frauen-streiken.ch 

    Das Programm sowie Bildmaterial finden Sie unter: 

    www.feministischer-streik-bern.ch 

    Weitere Infos und Veranstaltungen:

    Instagram:@fem.streikkollektiv.bern

  • Medienmitteilung: Stellungnahme zum Antrag der SGK-N zur Elternzeit

    Bern, 02.06.2025

    Das Feministische Streikkollektiv Bern nimmt Stellung zum Entscheid der Kommission fรผr soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK-N) vom 23. Mai 2025, wonach im Rahmen einer geplanten Elternzeitregelung die Mรถglichkeit vorgesehen ist, Teile des bestehenden Mutterschaftsurlaubs an das zweite Elternteil zu รผbertragen.

    Die vorgeschlagene Anpassung wรผrde den aktuell 14-wรถchigen Mutterschaftsurlaub betreffen und kรถnnte dazu fรผhren, dass gebรคrende Elternteile auf einen Teil ihres Schutzanspruchs verzichten. Das Feministische Streikkollektiv Bern spricht sich klar gegen eine
    solche Regelung aus. Aus Sicht des Streikkollektivs stellt der Mutterschaftsurlaub als essentielle gesundheitliche Schutzfrist das absolute Minimum dar und steht nicht zur Diskussion โ€“ um eine vermeintlich gleichberechtigte Elternzeit auf dem Rรผcken der
    Betroffenen durchzudrรผcken.

    Bedarf an umfassender Elternzeitregelung

    Das Kollektiv begrรผsst grundsรคtzlich die Diskussion um eine gerechtere Aufteilung von bezahlter Elternzeit. Eine neue Elternzeitregelung muss jedoch zusรคtzliche Leistungen schaffen und darf nicht an bestehenden Schutzfristen kรผrzen. Die derzeitigen gesetzlichen Regelungen โ€“ 14 Wochen Mutterschaftsurlaub und 2 Wochen Vaterschaftsurlaub โ€“ sind ein
    Armutszeugnis und gehen an der Realitรคt der meisten Familien meilenweit vorbei.

    Im Rahmen des feministischen Streiktags am 14. Juni 2025 setzt sich das Streikkollektiv daher unter anderem fรผr folgende Forderungen ein:

    • Einfรผhrung einer eigenstรคndigen, bezahlten Elternzeit fรผr alle Elternteile
    • Gesetzliche Anerkennung und faire Entschรคdigung von unbezahlter Care-Arbeit
    • Reduktion der wรถchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden bei gleichem Lohn


    Demonstration und Aktionen am 14. Juni in Bern

    Am 14. Juni 2025 organisiert das Feministische Streikkollektiv Bern eine bewilligte Demonstration anlรคsslich des feministischen Streiktags. Die Demonstration beginnt um 16:00 Uhr auf der Schรผtzenmatte und endet mit einer Schlusskundgebung auf dem Bundesplatz. Bereits ab dem Nachmittag organisiert das Feministische Streikkollektiv Bern auf dem
    Bundesplatz und der Schรผtzenmatte verschiedene Aktionen, Redebeitrรคge und Konzerte.

    Das Feministische Streikkollektiv Bern ruft alle Frauen, intergeschlechtlichen, nicht-binรคren, trans und agender Personen sowie solidarische Menschen dazu auf, gemeinsam laut, wรผtend und kรคmpferisch auf die Strasse zu gehen.

    Kontakt:
    Name: Sara Mรถser (sie/ihr)
    medien@frauen-streiken.ch

    Das Programm sowie Bildmaterial finden Sie unter:
    www.feministischer-streik-bern.ch

    Weitere Infos und Veranstaltungen:
    Instagram:@fem.streikkollektiv.bern

  • Streik warm-up – Tanz dich in den feministischen Streiktag

    Von 10-12 Uhr bieten wir Raum, eine extra zusammengestellte Musik Playlist, Kafi und Tee – du kannst kommen und gehen, wann du willst.

    Der Raum ist rollstuhlgรคngig.

    FLINTA only*

    Eintritt frei – Kollekte fรผrs Feministische Streikkollektiv Bern

    Ort: Alte Schreinerei Viktoria, Gotthelfstrasse 29a, 3013 Bern

     

    *FLINTA = Frauen, Lesben, inter, nichtbinรคre, trans und agender Personen

  • Medienmitteilung: Vereint im Widerstand am 14. Juni!

    Am Samstag, 14. Juni 2025, ruft das Feministische Streikkollektiv Bern erneut zum feministischen Streik auf. Unter dem Motto โ€žUnited in Resistance – Vereint im Widerstand!โ€œ fordern wir ein Ende geschlechtsspezifischer Gewalt, echte Mitbestimmung und gleiche Rechte fรผr alle Menschen, die in der Schweiz leben โ€“ unabhรคngig von Pass, Geschlecht oder Herkunft.

    Die bewilligte Demonstration startet um 16 Uhr von der Schรผtzenmatte und endet auf dem Bundesplatz mit Reden, Musik und Konzerten. Bereits am Nachmittag finden auf der Schรผtzenmatte kreative Aktionen statt und wir beleben den Bundesplatz. Nachfolgende Forderungen stehen am 14. Juni im Fokus.

    Patriarchale Gewalt ist strukturell und tรถdlich!

    Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden in der Schweiz bereits 13 Frauen und ein Mรคdchen Opfer eines Femizids โ€“ ermordet durch Mรคnner aus ihrem sozialen Umfeld. Diese Morde sind keine Einzelfรคlle, sondern Ausdruck eines patriarchalen Systems, das Gewalt gegen Frauen, trans, inter und nicht-binรคre Menschen ermรถglicht und oft legitimiert.

    Wir fordern:

    • Mehr Schutzplรคtze, insbesondere im Kanton Bern, wo Frauenhรคuser chronisch ausgelastet sind
    • Die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene
    • Die Anerkennung der Perspektiven von Betroffenen statt Tรคter-Opfer-Umkehr
    • Zugang zur Opferhilfe fรผr alle Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt โ€“ unabhรคngig von Aufenthaltsstatus und Tatort

    Mitgestaltung in der Politik fรผr alle!

    In der Schweiz leben rund zwei Millionen Menschen ohne politische Rechte. Viele von ihnen sind seit Jahrzehnten in der Schweiz zuhause. Wer keinen Schweizer Pass besitzt, darf nicht wรคhlen, nicht abstimmen und kaum mitbestimmen. Besonders betroffen sind Migrantinnen, geflรผchtete Frauen und queere Menschen, die mehrfach diskriminiert werden.

    Wir fordern:

    • Einbรผrgerungsrecht nach fรผnf Jahren Wohnsitz in der Schweiz
    • Einheitliche, transparente und diskriminierungsfreie Kriterien fรผr Einbรผrgerungen
    • Politische und soziale Teilhabe fรผr alle – unabhรคngig vom Aufenthaltsstatus

    Vollstรคndige Forderungen

    Wir fordern politische Mitgestaltung fรผr alle, selbstbestimmten Umgang mit unseren reproduktiven Rechten; Anerkennung, Zeit und Geld fรผr Care-Arbeit, konsequente Bekรคmpfung geschlechtsspezifischer Gewalt, Klimaschutz, eine postkoloniale Politik, gesellschaftliche Vielfalt und Inklusion sowie ein entschlossenes Vorgehen gegen faschistische Ideologien. Die Forderungen richten sich explizit an die Schweizer Politik und sind als Handlungsaufforderung zu verstehen.

    Sie finden die vollstรคndigen Forderungen unter: 

    Gemeinsam laut und sichtbar am 14. Juni in Bern

    Am feministischen Streiktag machen wir unsere Forderungen lautstark sichtbar. In Bern startet das kreative Rahmenprogramm am Nachmittag auf der Schรผtzenmatte. Die bewilligte Demonstration wird bunt, laut und entschlossen. Die Besammlung ist um 16 Uhr auf der Schรผtzenmatte. Wir rufen alle Frauen, intergeschlechtlichen, nicht-binรคren, trans und agender Personen sowie alle verbรผndeten Menschen dazu auf, unsere Forderungen auf die Strasse zu tragen bzw. am feministischen Streiktag solidarisch feministische Utopien Realitรคt werden zu lassen. Gemeinsam wird Bern lila!

    Kontakt:

    Name: Sara Mรถser

    medien@frauen-streiken.ch

    Das Programm sowie Bildmaterial finden Sie unter: 

    www.feministischer-streik-bern.ch 

    Weitere Infos und Veranstaltungen:

    Instagram:@fem.streikkollektiv.bern

  • Rรผckblick: Femtak Flashmob am feministischen Streik 2024

    Der Flashmob ยซCarrying Careยป vonย @femtakย steht fรผr eine Welt ein, in der gegenseitiges Sorgetragen das anerkannte Fundament ist, auf dem unser Zusammenleben aufbaut. In zehn Stรคdten hat Femtak am 14. Juni 2024 gemeinsam getanzt; fรผr mehr Anerkennung von Sorgearbeit, fรผr bessere Arbeitsbedingungen in Care-Berufen und fรผr mehr Wertschรคtzung all jenen gegenรผber, die unserer Umwelt Sorge tragen.ย 

    Vom feministischen Streikkollektiv waren einige beim Flashmob als Tรคnzer*innen dabei. Ein wunderschรถnes Erlebnis. Wir freuen uns schon auf die nรคchste Ausgabe im 2025.

  • Stop Feminizide: Aktion und Infos โ€“ Triggerwarnung Feminizide !

    Tour gegen Feminizide

    Zwischen dem 30. August und 01. September 2024 hat das Kollektiv ยซGemeinsam gegen Feminizideยป eine Tour gegen Feminizide organisiert. Wir waren mit einer Aktion dabei.

    Aktion und Austausch in Bern 2024

    Zum Gedenken an die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt haben wir in der Stadt Bern Schuhe verteilt, inspiriert von der internationalen Kunstaktion ยซZapatos Rojosยป der Mexikanerin Elina Chauvet.

    Feminizide im Jahr 2024

    Im Schnitt wird in der Schweiz alle zwei Wochen eine FLINTA-Person durch ihren Ehemann, Lebensgefรคhrten, Ex-Partner, Bruder oder Sohn getรถtet. Im 2024 wurden bereits 11 Frauen getรถtet (stand 23. August).

    • 5. Januar 2024, Allaman, Waadt. Die Frau wurde 46 Jahre alt.
    • 15. Januar 2024, Wรคdenswil, Zรผrich. Die Frau wurde 56 Jahre alt.
    • Ende Januar 2024, tot aufgefunden bei Laufen-Uhwiesen, Zรผrich. Die Frau wurde 27 Jahre alt.
    • 13. Februar 2024, Binningen, Basel-Landschaft. Die Frau wurde 38 Jahre alt.
    • 16. Mรคrz 2024, Vevey, Waadt. Die Frau wurde 40 Jahre alt.
    • 25. Mรคrz 2024, Frauenfeld, Thurgau. Die Frau wurde 74 Jahre alt.
    • 21. Mai 2024, Mรคnnedorf, Zรผrich. Das Alter der Frau ist nicht bekannt.
    • 4. Juni 2024, Knonau, Zรผrich. Die Frau wurde 78 Jahre alt.
    • 6. Juli 2024, Sursee, Luzern. Das Alter der Frau ist nicht bekannt.
    • 28. Juli 2024, Vรฉtroz, Wallis. Die Frau wurde 55 Jahre alt.
    • 8. August 2024, Basel. Die Frau wurde 75 Jahre alt.
    • 24. August 2024, Zรผrich. Die Frau wurde 38 Jahre alt.

    Appell an die Medien

    Wir fordern Medien auf Feminizide und Gewalt gegen Frauen nicht lรคnger zu verharmlosen.

    Medienberichte verharmlosen Feminizide und Gewalt gegen Frauen. Eine Studie von Gender Equality Media e.V. in Deutschland hat gezeigt, dass 2021 92 Prozent der gezรคhlten Medienartikel Gewalt gegen Frauen verharmlosen. Verharmlosende Begriffe wie Bluttat, Familiendrama, Beziehungstat oder sogar Sextรคter waren dabei die am hรคufigsten verwendeten Begriffe, um Gewalt gegen Frauen klein zu reden. Eines haben all diese Wortschรถpfungen gemeinsam โ€“ sie verfรคlschen Tatbestรคnde, bagatellisieren und verschweigen das strukturelle Ausmass von Gewalt gegen Frauen systematisch. Diese Begriffe rรผcken partnerschaftliche Gewalt ins Private (Beziehung) und banalisieren diese auch als Einzeltaten (Drama). Mit diesen Begriffen wird die Tรถtung nicht benannt. Darรผber hinaus tun sich Medien besonders gut daran, รผber das Tatmotiv zu spekulieren, was dann zumeist auf Eifersucht hinauslรคuft. Auch in der Justiz und bei der Polizei ist Eifersucht als Motiv fest verankert. Dadurch wird nicht nur systematisch die Tรคterperspektive eingenommen und die mรคnnlichen Besitzansprรผche in den Vordergrund gerรผckt. Die Tรคter selbst werden hรคufig als unzurechnungsfรคhige Einzeltรคter beschrieben. Die Berichterstattung erweckt dabei den Eindruck, dass es sich bei den Taten um aussergewรถhnliche Schicksalsschlรคge handelt, um Einzelfรคlle, die tragisch und erschรผtternd sind, fรผr die es aber keine rationale oder gar systematisch-strukturelle Erklรคrung gibt.

    Anstatt die gesamtgesellschaftliche Problematik โ€“ wie etwa gรคngige Mรคnnlichkeits- und Weiblichkeitsideale, die Gesetzeslage, das geschlechterstereotype Verhalten der Amtstrรคger*innen in den Behรถrden oder bei der Polizei, mangelnde Unterstรผtzungsangebote wie Programme zur Prรคvention von Gewalt, Schutzhรคuser oder Beratungsstellen oder besondere Abhรคngigkeiten aufgrund von Geld oder Aufenthaltsstatus โ€“ miteinzubeziehen, werden im Rahmen der Berichterstattung oft allein die persรถnlichen Beziehungskonflikte als Ursachen und Motive angefรผhrt Darรผber hinaus wird Gewalt gegen Frauen medial ausgeschlachtet. Je blutiger und grausamer ein Angriff gegenรผber Frauen ist, desto voyeuristischer und profitgieriger wird die Tat in den Medien aufgegriffen. Nicht selten wird dabei ausschliesslich aus der Tรคterperspektive berichtet. Einzelheiten der Tat werden detailliert beschrieben, manchmal sogar bis hin zur Unterwรคsche des Opfers. Solche Details haben nichts in der medialen Berichterstattung zu suchen. Sie bedient das Narrativ der Tรคter-Opfer-Umkehr: Die Opfer waren nicht vorsichtig genug und tragen deswegen eine Mitschuld.

    Bei Feminiziden, bei denen der Tรคter nicht als Schweizer definiert wird, wird dabei hรคufig von sogenanntem ยซEhrenmordยป berichtet. Nur, wenn von ยซEhrenmordยป die Rede ist, wird die Tรถtung sprachlich รผberhaupt aufgegriffen. In der Regel wird sie dabei aber durch antimuslimischen Rassismus instrumentalisiert, indem die Tat fremd dargestellt wird. So entsteht das Bild einer Bedrohung, die nichts mit der schweizerischen Gesellschaft zu tun habe, sondern von einer angeblich fremden Kultur oder Religion importiert worden sei. Dieser Mechanismus zeigt sich unter anderem dann, wenn eine Betonung der Nationalitรคt oder Herkunft des Tรคters das Verstehen und die Vermittlung der Geschlechtsspezifik der Taten รผberlagert. Die feministische Bewegung konnte erwirken, dass immer mehr Medienschaffende die Begriffe Femizid/Feminizid verwenden. Dies zeigt auf, dass der Druck von der Strasse wirksam ist. So hat die Schweizer Tageszeitung ยซ20 Minutenยป ein Gremium fรผr soziale Verantwortung eingerichtet, das die Verwendung einer respektvollen und gewaltfreien Sprache unter Journalist*innen fรถrdern soll, auch wenn sie รผber Gewalt gegen Frauen berichten. Wir bleiben dran und fordern die Medien zur konsequenten feministischen Berichterstattung auf!ย 

    Wir fordern die Schweizer Medien auf, feministisch รผber Feminizide und geschlechtsspezifische Gewalt zu berichten. Wir fordern sie auf, die systematisch-strukturellen Ursachen fรผr diese Gewalt im patriarchalen System zu benennen und keine verharmlosende, voyeuristische und rassistische Berichterstattung zu machen.

    Unsere Forderungen

    • Ausbau der Tรคterarbeit in Form von Beratungsstellen und Lernprogrammen, sowie schulischer Jugendarbeit, die Mรคnnlichkeits-vorstellungen und Geschlechterrollen kritisch hinterfragt.
    • Traumainformierte Betreuung von Betroffenen versuchter Feminizide bei Gerichtsverfahrenย 
    • Eine gesamtschweizerische Statistik รผber (versuchte) Feminizide und die Hintergrรผnde und Motive der Tatย 
    • Studien zu geschlechtsspezifischer Gewalt (Link zu Forderung zur Erfassung)ย 
    • Gesellschaftliche und politische Gleichstellung der Geschlechter
    • Mehr Platz in Frauenhรคusern fรผr schutzbedรผrftige Frauen und Kinder (Link zu Schutzplรคtzen)ย 
    • Kostendeckende Finanzierung der Opferhilfe- und Beratungsstellen
    • Verschรคrfung des Waffengesetzes
    • Verantwortungsvolle und korrekte Berichterstattung der Medien (Link zur ausfรผhrlichen Forderung)ย 
    • Konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention (Link zur Istanbul Konvention)

    Schutzplรคtze und Beratungs-Angebote = Prรคvention vor Feminiziden

    In der Schweiz steigt der Bedarf an Frauenhausplรคtzen seit Jahren. Die Frauenhรคuser sind chronisch รผberlastet.

    ยซDie Zahl der Frauen, die Schutz suchen, hat in den letzten Monaten zugenommen. Gleichzeitig fehlen in der Schweiz genรผgend Schutzplรคtzeยป, schreibt die Dachorganisation Frauenhรคuser Schweiz und Liechtenstein (DAO) in einer Mitteilung im Juni 2024.ย 

    Mit nur 0,23 Familienzimmer pro 10’000 Einwohner*innen unterschreitet die Schweiz die Empfehlung des Europarates von einem Familienzimmer pro 10’000 Einwohner*innen bei Weitem. Die DAO fordert darum ein schnelles Handeln der Behรถrden. Und das nicht zum ersten Mal.ย 

    Im Jahr 2023 Jahr waren die beiden Frauenhรคuser im Kanton Bern zu 86% ausgelastet.ย Zudem mussten diverse Schutzsuchende mit ihren Kindern aus Platzmangel in Hotels platziert werden. Frauenhรคuser sind Kriseninterventionsstellen. Ihre durchschnittliche Auslastung sollte gemรคss der Konferenz der kantonalen Sozialdirektor*innen nicht hรถher sein als 75%. Trotzdem plant der Kanton in der neuen Opferhilfestrategie keine weiteren Frauenhausplรคtze.ย 

    Im Kanton Bern fehlen zudem Schutzplรคtze fรผr Menschen mit spezifischen Bedรผrfnissen. Wo finden beispielsweise von hรคuslicher Gewalt betroffene Menschen mit kรถrperlicher, psychischer oder kognitiver Beeintrรคchtigung oder Menschen mit Suchterkrankungen Schutz und Unterkunft? Wo finden non-binรคre Menschen oder trans Frauen, die teilweise mรคnnlich gelesen werden und deswegen in Frauenhรคusern nicht aufgenommen werden und fรผr die Frauenhรคuser ev. nicht sichere Orte sind Schutz, wenn sie gewaltbetroffen sind? Auch fรผr von hรคuslicher Gewalt betroffene Mรคdchen, junge Frauen und queere Jugendliche fehlen Schutzunterkรผnfte, die ihren spezifischen Bedรผrfnissen als junge Personen und dem allfรคllig hohen Bedarf an Sicherheitsmassnahmen gerecht werden. Der Kanton Bern hat sich gegen die Finanzierung eines Mรคdchenhauses ausgesprochen und will stattdessen von hรคuslicher Gewalt betroffene Mรคdchen und junge Frauen in Frauenhรคusern oder Jugendinstitutionen platzieren lassen. Diese Institutionen werden aber jugendlichen Personen in Gefรคhrdungssituationen nicht gerecht!ย 

    Durch die Verankerung von Sanktionen fรผr Tatpersonen ohne Schweizer Staatsangehรถrigkeit in der Opferhilfestrategie plant der Kanton faktisch eine Einschrรคnkung des Zugangs zur Opferhilfe.

    Konkret schreibt der Kanton im Bericht zur Opferhilfestrategie 2023-2033: ยซWer im Kontext Asyl und Flรผchtlinge sowie allgemein im Migrationsbereich hรคusliche Gewalt oder eine andere Art von Gewalt ausรผbt (Schlรคgereien), wird systematisch sanktioniert. Die Sanktionen kรถnnen beispielsweise das Aussetzen […], die Kรผrzung bzw. Einstellung der Sozialhilfe darstellen.ยป Dieses Vorhaben ist auf mehreren Ebenen eine Form von struktureller Gewalt. Einerseits handelt es sich um strukturellen Rassismus, wenn gegenรผber Gewalt ausรผbenden Personen ohne Schweizer Staatsangehรถrigkeit anders vorgegangen wird, als gegenรผber solchen mit Schweizer Staatsangehรถrigkeit. Andererseits muss sich die Opferhilfe konsequent an den von Gewalt betroffenen Personen und deren Bedรผrfnissen ausrichten.

    Derย Umgang mit Tatpersonen ist nicht Teil der Opferhilfe und soll auf keinen Fall auf diese rassistische Weise Teil der kantonalen Opferhilfestrategie werden! Insbesondere bei hรคuslicher Gewalt ist es zentral, dass betroffene Menschen Hilfe bekommen, ohne ร„ngste, dass behรถrdlich gegen die gewaltausรผbenden Personen vorgegangen wird. Dies ist ein Grundsatz der Opferhilfe und muss fรผr alle gelten! Anderenfalls ist fรผr viele gewaltbetroffene Personen die Hรผrde zu hoch, um sich Unterstรผtzung zu holen. Und dies kann lebensgefรคhrlich sein!

    Wir fordern mehr Schutzplรคtze und Beratungs-Angebote

    Niederschwellig zugรคngliche Schutzplรคtze und Beratungsangebote sind unerlรคsslich fรผr die Prรคvention vor Feminiziden! Wir fordern deshalb:

    • Genรผgend Schutzplรคtze!
    • Niederschwellig zugรคngliche Schutzplรคtze und Beratung!
      • Beratungsangebote in den verschiedenen Regionen
      • 24h professionelle Telefonberatung fรผr alle
      • Keine Verflechtung von Opferschutz und Sanktionen fรผr Tatpersonen ohne CH Staatsangehรถrigkeit!
    • ย Auf Bedรผrfnisse zugeschnittene Schutzplรคtze!
    • Barrierefreie Schutzplรคtze fรผr Menschen mit kรถrperlicher, geistiger oder Sinnes-Beeintrรคchtigung
      • Schutzplรคtze fรผr Menschen mit psychischen Erkrankungen inkl. Suchterkrankungen
      • Passende Schutzplรคtze fรผr queere Erwachsene und Jugendliche
      • Ein Mรคdchenhaus im Kanton Bern
      • Genรผgend Schutzplรคtze fรผr Mรผtter mit vielen Kindern

    Wir fordern die statistische Erfassung von Feminiziden!

    Wir fordern die statistische Erfassung von Feminiziden! Feminizide werden aktuell in der amtlichen nationalen Statistik nicht als Kategorie ยซFemizide/Feminizideยป erfasst. Das fรผhrt dazu, dass sie nicht als gesellschaftliche Tatsache anerkannt werden und dem รถffentlichen Bewusstsein und politischen Handeln verborgen bleiben (FREI, 2022).ย  Wie Tamara Funiciello in einem Redebeitrag im Nationalrat am 2. Juni 2021 ausfรผhrt:ย 

    1. Sprache ist Macht, und Sprache schafft Realitรคten. Heute wird gerade in den Medien zu hรคufig von ยซFamiliendramenยป gesprochen, wenn es sich um Femizide handelt. Wenn wir den Begriff in unser Strafgesetzbuch aufnehmen, haben wir die Mรถglichkeit, diese spezifische Konstellation von Morden richtig zu benennen. Solche Morde haben nichts mit Liebe und nichts mit Drama zu tun, sondern mit Hass und Gewalt. Das sollten wir auch so benennen.
    2. Wir haben ein Problem mit unserer Statistik. Heute wird in der Kriminalstatistik nur ein Teil der Femizide erfasst, nรคmlich jene, die im hรคuslichen Rahmen stattfinden. Solche, die von Verwandten oder Expartnern begangen werden, bei denen kein hรคuslicher Kontext besteht, werden nicht erfasst. Das gilt auch bei Tรถtungen durch Unbekannte aufgrund von Hass auf Frauen, also Misogynie. Frauenhass gehรถrt in unser Strafrecht, denn es ist ein Motiv fรผr Gewalt. Je schneller wir das erkennen, desto besser kรถnnen wir endlich handeln.
    3. Die Istanbul-Konvention, die wir ratifiziert haben, verlangt, dass Femizide nicht weniger hart bestraft werden als andere Tรถtungsdelikte.

    Eine bessere Datenlage zum Ausmass der Gewalt an Frauen und insbesondere zu Feminiziden ist unerlรคsslich, um diese Taten nicht nur festzustellen, sondern auch, um Massnahmen zur Verhinderung dieser Taten zu formulieren. Jedoch gibt es in der Schweiz immer noch keine offizielle Stelle, die Feminizide systematisch aufzeichnet und eine Statistik รผber Tรถtungen aufgrund des Geschlechts fรผhrt. Statistiken sind so auch Teil des patriarchalen Systems. Durch die aktuellen Statistiken besteht die Gefahr, dass ein unvollstรคndiges, verzerrtes und irrefรผhrendes Bild entsteht.

    Deshalb wird diese Arbeit aktuell durch Organisationen der Zivilgesellschaft verrichtet.ย  Das Projekt ยซstoppfemizid.chยป hat anhand von Berichterstattungen gezรคhlt, dass es Stand heute (23. August 24) allein in diesem Jahr in der Schweiz bereits 11 Feminizide zu beklagen gibt.ย 

    ยซFemizidยป oder ยซFeminizidยป

    ย Im deutschsprachigen Gebiet wird hรคufig der Begriff Femizid gebraucht, nach WHO definiert als ยซabsichtlicher oder/und versuchter Mord an Frauen, weil sie Frauen sindยป.

    Lateinamerikanische Aktivist*innen haben den Begriff Feminizid geprรคgt, da dieser die gesellschaftlichen Machtstrukturen klarer im Mord gegen Frauen oder als Frauen gelesene Personen heraushebt. Das bedeutet, dass auch der Staat Verantwortung trรคgt, da er die patriarchale Ordnung reproduziert, in der ein Feminizid ausgeรผbt wird. Der Begriff Feminizid ist zudem inklusiver angedacht, da er Personen miteinbezieht, die als Frauen gelesen werden, die jedoch nicht- binรคr oder trans Mรคnner sind.

    Femizid wie auch Feminizid werden in der Literatur abwechselnd verwendet.ย 

    Ausserhalb der ยซNormยป

    Geschlechtsspezifische Feminizide werden unter anderem verรผbt, wenn das Verhalten einer Frau* nicht im Einklang mit den sozialen Normen der Dominanzgesellschaft oder dem stereotypen Geschlechtsrollenverhalten ist.

    Das gilt etwa fรผr nicht ยซnormgemรคsseยป sexuelle Orientierungen, Geschlechts-identitรคten und/oder Geschlechtsmerkmale. Leider erfassen die aktuellen statistischen Erhebungen Feminizide an FLINTA+*-Personen nicht spezifisch.

    Gewaltpyramide

    Gewalt gegen FLINTA baut auf verschiedenen Formen von Sexismen auf, deren Fundament die patriarchalen Vorstellungen von Geschlechterrollen bilden. Feminizide stellen dabei die Spitze der Pyramide dar.

    Die Kontrolle von FLINTA zeigt sich in allen Stufen der Pyramide: Sexualisierung und Objektifizierung, Absprechen der Selbstbestimmung, sexuelle Belรคstigung und psychische sowie physische Gewalt. Bei all diesen Gewaltformen geht es um die Machtausรผbung gegenรผber FLINTA. Feminizide an der Spitze: Das Leben einer FLINTA wird beendet, um maximale Kontrolle und Macht รผber sie auszuรผben.

    Rechtslage in der Schweiz

    In der Schweiz gibt es keine strafrechtliche Definition fรผr Feminizide. Solche Taten wird als Mord oder Totschlag verurteilt. Plรคne zur Verwendung des Begriffes Feminizid wurden vom Stรคnderat wiederholt abgelehnt, zuletzt 2020. Es wird argumentiert, dass das Strafgesetzbuch grundsรคtzlich geschlechtsneutral ausgestaltet wird: Die Tรถtungsdelikte werden nur nach der Schwere der Straftat unterteilt (vorsรคtzliche Tรถtung: art. 111, Mord: art. 112, Totschlag: art. 113), inklusive einer versuchten Straftat.

    Den Begriff Feminizid gibt es im Strafgesetzbuch also nicht. Die Istanbul-Konvention (art. 3(d)) versteht aber unter ยซgeschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauenยป Gewalt, die gegen eine Frau gerichtet ist, weil sie eine Frau ist, oder die Frauen unverhรคltnismรคssig stark betrifft.

    Gemรคss der Konvention (art. 12(1)) muss die Schweiz โ€“ prรคventiv โ€“ auch Massnahmen ergreifen, um die sozialen und kulturellen Verhaltensmuster von Frauen und Mรคnnern zu verรคndern, d.h. Vorurteile, Brรคuche, Traditionen beseitigen, die auf der Vorstellung der Unterlegenheit der Frau oder auf Rollenzuweisungen (Stereotypen) fรผr Frauen und Mรคnner beruhen. Die Konvention muss v.a. ohne Diskriminierung umgesetzt werden, d.h. insbesondere das biologische, soziale Geschlecht, die sexuelle Ausrichtung, die Geschlechtsidentitรคt, das Alter, den Migrations- oder Flรผchtlingsstatus in der Umsetzung berรผcksichtigen (art. 4(3)). Das ist in der Schweiz aktuell nicht der Fall.ย 

    Solange Behรถrden, Justizbehรถrden, die Polizei und die Verwaltung die Istanbul-Konvention nicht ernst nehmen, zeigen die aktuellen Statistiken nur die Spitze des Eisbergs von Feminiziden.

    ย 

    Istanbul-Konvention

    Die Schweiz hat 2017 die Istanbul-Konvention ratifiziert, das รœbereinkommen des Europarats zur Verhรผtung und Bekรคmpfung von Gewalt gegen Frauen und hรคuslicher Gewalt. Die Konvention hat das Ziel, geschlechtsspezifische und familiรคre Gewalt an ihren Wurzeln zu bekรคmpfen und die Rechte der Gewaltbetroffenen auf Unterstรผtzung und Schutz durchzusetzen. Sie definiert geschlechtsspezifische Gewalt als Menschenrechtsverletzung und eine Form von Diskriminierung gegenรผber Frauen und Opfern hรคuslicher Gewalt.

    Im November 2022 wurde die Schweiz von GREVIO (unabhรคngige Expert*innengruppe, die fรผr die รœberwachung der Umsetzung der Istanbul-Konvention durch die Vertragsparteien verantwortlich ist) gerรผgt, Massnahmen zu ergreifen: Der Bericht zeigt z.B. auf, dass die Schweiz Daten รผber Gewalt gegen Frauen und hรคusliche Gewalt mangelhaft erhebt.

    Anlauf- und Beratungs­stellen

    Bist du betroffen von hรคuslicher, sexueller oder verbaler Gewalt? Hier findest du Hilfe

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  • NEIN zur BVG-Reform

    Bern, 10. Juli 2024


    Wir sagen NEIN zur Mogelpackung fรผr die Frauen! NEIN zur BVG-Reform!

    Am 22. September stimmen wir รผber unsere Altersvorsorge ab. Das Pensionskassengesetz soll reformiert werden. Den Frauen* hat man bessere Renten versprochen. Aber dieses Versprechen wird nicht eingehalten: Die Vorlage ist insbesondere fรผr Frauen eine Mogelpackung!

    • Die Renten von Frauen sind fast ein Drittel tiefer als die von Mรคnnern! Die Mehrheit der Frauen hat heute Renten weit unter 3’000 Franken pro Monat. Verheiratete, geschiedene oder verwitwete Frauen haben heute jeden Monat รผber CHF 1’000 weniger Rente als die Mรคnner!
    • Die Pensionskassen berรผcksichtigen die unbezahlte Betreuungs- und Sorgearbeit nicht. Diese Arbeit verrichten vor allem Frauen. Und diese Arbeitszeit kรถnnen wir uns in der Pensionskasse nicht anrechnen lassen!
    • Viele Frauen arbeiten Teilzeit und wer Teilzeit arbeitet, hat im Alter weniger Rente. Vor allem Frauen betreuen Kinder und pflegen kranke Angehรถrige. Deshalb haben sie bei den Renten grosse Lรผcken.
    • Wer in einer Tieflohnbranche arbeitet, hat im Alter weniger Rente. Im Tieflohnbereich arbeiten viele Frauen und kรถnnen so nicht genug Rentenkapital ansparen.
    • Das feministische Streikkollektv Bern empfiehlt, am 22. September ein รผberzeugtes NEIN zur BVG-Reform!

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  • 35โ€™000 demonstrieren in Bern fรผr Gleichstellung

    Bern, 14. Juni 2024


    Am Freitagabend gingen in Bern 35โ€™000 Frauen, intergeschlechtliche, non-binรคre, trans und agender (FINTA) Menschen fรผr die Gleichstellung auf die Strasse. Die Demonstration am Abend bildete den Hรถhepunkt des diesjรคhrigen feministischen Streiktags 2024, zu dem das feministische Streikkollektiv Bern aufgerufen hat. Die Stadt wurde allerdings bereits am Nachmittag in violett getaucht: Auf dem Bundesplatz fanden Aktionen, Workshops und Darbietungen unter dem Motto ยซSolidarisch, feministisch, antirassistisch!ยป statt. Gefordert wurden echte Gleichstellung und eine solidarischere Schweiz, eine konsequent feministische Politik sowie eine Gesellschaft ohne Rassismus und Diskriminierung.

    Seit dem grossen Frauenstreik von 2019 hat sich die Lage von Frauen, intergeschlechtlichen, nicht-binรคren, trans und agender (FINTA) Personen nicht merklich verbessert: Nach wie vor leisten FINTA-Personen den Lรถwenanteil unbezahlter Familien- und Betreuungsarbeit, die Lohnungleichheit hรคlt an und Altersarmut ist grรถsstenteils weiblich. Zudem fรผhrt das durch Krieg und Krisen geschรผttelte Weltgeschehen dazu, dass patriarchale Machtstrukturen noch weiter gefestigt werden. Leidtragende sind in รผberproportionalem Ausmass FINTA-Personen. Aber Gewalt โ€“ insbesondere geschlechtsbezogene und sexualisierte Gewalt โ€“ sowie verschiedene Formen der Diskriminierung machen auch vor den Schweizer Grenzen nicht Halt. Im Gegenteil: Sie gehรถren bei uns zur Tagesordnung. Fรผr Lirija Sejdi vom feministischen Streikkollektiv Bern ist daher klar: ยซEine Gesellschaft, in der alle Menschen ein Leben in Wรผrde und Sicherheit fรผhren kรถnnen, ist eine solidarische, feministische und antirassistische Gesellschaftยป. Und solange dies nicht erreicht sei, werde auch weiterhin am 14. Juni gestreikt, sagt Lirija Sejdi.


    Vielfรคltiges Programm auf dem Bundesplatz

    Der feministische Streiktag startete in Bern bereits am Nachmittag: Ein vielfรคltiges Programm auf dem Bundesplatz mit Workshops, Reden, Musik und Darbietungen griff die diesjรคhrigen Forderungen des feministischen Streiks auf. So zum Beispiel setzte der Tanzflashmob ยซCarrying Careยป die Forderung nach mehr Anerkennung von Sorge-Arbeit und besseren Arbeitsbedingungen in Care-Berufen tรคnzerisch um. Und die Arbeitsgruppe Politik des Streikkollektivs Bern forderte in ihrer Rede ein ยซNeinยป zur BVG-Reform, รผber die im September abgestimmt wird. Die Reform ignoriere die Folgen familienbedingter Erwerbsunter-brรผche und wiederhole damit den Fehler, die unbezahlte Sorgearbeit nicht anzuerkennen. Die Hauptursache der Rentenlรผcke zwischen Frauen und Mรคnnern wรผrde damit missachtet und hรถhere Renten fรผr Frauen seien mit dieser Reform auch keineswegs garantiert, so die Arbeitsgruppe Politik in ihrer Rede.

    Der Demonstrationsumzug startete auf der Schรผtzenmatte und endete mit dem Einzug auf dem Bundesplatz, wo noch bis um 22 Uhr die Schlusskundgebung und diverse Darbietungen und Konzerte stattfinden.


    Fotos:
    Caroline Lens

    Kontakt:
    Feministisches Streikkollektiv Bern
    medien@frauen-streiken.ch

    Moana Mika, +41 78 703 00 05

    Die ausfรผhrlichen Forderungen, das Programm des Streiktags sowie weitere Bilder finden Sie unter: www.frauen-streiken.ch

    Weitere Infos und Veranstaltungen:
    Instagram: @fem.streikkollektiv.bern



  • Raus zum Streik โ€“ solidarisch, feministisch, antirassistisch!

    Bern, 14. Juni 2024


    Solidarisch, feministisch, antirassistisch! Unter diesem Motto wird heute der feministische Streik 2024 in Bern begangen. Das feministische Streikkollektiv Bern hat in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen ab 16 Uhr ein vielfรคltiges Programm mit Aktionen, Workshops und Musik auf dem Bundesplatz zusammengestellt. Danach wird es laut: Die Besammlung fรผr den Demonstrationsumzug ist um 18 Uhr auf der Schรผtzenmatte. Gefordert werden echte Gleichstellung und eine solidarischere Schweiz, eine konsequent feministische Politik sowie eine Gesellschaft ohne Rassismus und Diskriminierung.

    Seit dem grossen Frauenstreik von 2019 hat sich die Lage von Frauen, intergeschlechtlichen, nicht-binรคren, trans und agender (FINTA) Personen nicht merklich verbessert: Nach wie vor leisten FINTA-Personen den Lรถwenanteil unbezahlter Familien- und Betreuungsarbeit, die Lohnungleichheit hรคlt an und Altersarmut ist grรถsstenteils weiblich. Zudem fรผhrt das durch Krieg und Krisen geschรผttelte Weltgeschehen dazu, dass patriarchale Machtstrukturen gefestigt werden. Leidtragende sind in รผberproportionalem Ausmass FINTA-Personen. Aber Gewalt โ€“ insbesondere geschlechtsbezogene und sexualisierte Gewalt โ€“ sowie verschiedene Formen der Diskriminierung machen auch vor den Schweizer Grenzen nicht Halt. Im Gegenteil: Sie gehรถren auch hierzulande zur Tagesordnung. Fรผr das feministische Streikkollektiv ist daher klar: Eine Gesellschaft, in der alle Menschen ein Leben in Wรผrde und Sicherheit fรผhren kรถnnen, ist eine solidarische, feministische und antirassistische Gesellschaft โ€“ und dafรผr wird am 14. Juni auch dieses Jahr wieder gestreikt.


    Vielfรคltiges Programm auf dem Bundesplatz und lautstarke Forderungen an der Demonstration

    Der feministische Streiktag startet in Bern um 16 Uhr auf dem Bundesplatz: Ein vielfรคltiges Programm mit Workshops, Reden und Musik greift die diesjรคhrigen Forderungen auf. Um 18 Uhr startet auf der Schรผtzenmatte der Hรถhepunkt des feministischen Streiktags: Das Streikkollektiv Bern ruft alle Frauen, intergeschlechtliche, nicht-binรคre, trans und agender Personen sowie solidarische Menschen dazu auf, die Forderungen lautstark auf die Strassen Berns zu tragen. Der Demonstrationsumzug endet auf dem Bundesplatz, wo bis um 22 Uhr die Schlusskundgebung und Konzerte stattfinden.


    Kein Platz fรผr Gewalt und Diskriminierung

    Fรผr den Streiktag und insbesondere auch fรผr die Demonstration am Abend hat das feministische Streikkollektiv Bern ein umfassendes Awareness-Konzept und einen Konsens ausgearbeitet. So gibt es eine Nulltoleranz fรผr Gewalt und jegliche Formen der Diskriminierung. Wรคhrend des Streiktags und der Demonstration soll eine Atmosphรคre kreiert werden, an der gemeinsam und solidarisch fรผr eine feministische Gesellschaft gekรคmpft wird. Das feministische Streikkollektiv ist zudem darauf bedacht, den Streiktag so barriere- und hindernisfrei als mรถglich zu gestalten. Entsprechende Informationen finden sich auf der Website.


    Kontakt:

    Feministisches Streikkollektiv Bern
    medien@frauen-streiken.ch
    Sara Moeser: +41 77 922 89 76
    Moana Mika: +41 78 703 00 05

    Die ausfรผhrlichen Forderungen, das Programm des Streiktags sowie weitere Bilder finden Sie unter: www.frauen-streiken.ch

    Weitere Infos und Veranstaltungen:

    Instagram: @fem.streikkollektiv.bern



  • Au zum Feministischen Streik 2024

    Bern, 07. Juni 2024

    Am 14. Juni wird gestreikt

    Am Freitag, dem 14. Juni, findet der feministische Streik 2024 statt. Unter dem Motto ยซSolidarisch, feministisch, antirassistisch!ยป hat das feministische Streikkollektiv Bern ab 16 Uhr ein vielfรคltiges Programm mit Aktionen, Workshops und Musik auf dem Bundesplatz zusammengestellt. Danach wird es laut: Die Besammlung fรผr den Demonstrationsumzug ist um 18 Uhr auf der Schรผtzenmatte. Gleichstellung und eine solidarische Schweiz, eine konsequent feministische Politik sowie eine Gesellschaft ohne Rassismus und Diskriminierung sind die Hauptforderungen dieses Jahr.

    Seit dem grossen Frauenstreik von 2019 hat sich die finanzielle Lage von Frauen, intergeschlechtlichen, nicht-binรคren, trans und agender (FINTA) Menschen nicht merklich verbessert: Die erneute Erhรถhung der Krankenkassenprรคmien, die allgemeine Teuerung, anhaltend tiefe Lรถhne in sogenannten Frauenberufen und niedrige Renten haben das Armutsrisiko verschรคrft. Dem nicht genug: Nach wie vor leisten FINTA-Personen den Lรถwenanteil unbezahlter Familien- und Betreuungsarbeit und auch hinsichtlich der anhaltenden Lohnungleichheit tut sich redlich wenig in der Schweizer Politik.


    Solidarisch, feministisch, antirassistisch!

    Zudem fรผhrt das durch Krieg und Krisen geschรผttelte Weltgeschehen dazu, dass patriarchale Machtstrukturen gefestigt werden โ€“ Leidtragende sind in รผberproportionalem Ausmass FINTA-Personen. Aber nicht nur weltweit, sondern auch in der Schweiz grassiert geschlechtsbezogene, sexualisierte, queerfeindliche und rassistische Gewalt. Zudem sind Meldungen von Diskriminierungen mittlerweile an der Tagesordnung. Fรผr das feministische Streikkollektiv ist daher klar: Eine Gesellschaft, in der alle Menschen ein Leben in Wรผrde und Sicherheit fรผhren kรถnnen, ist eine solidarische, feministische und antirassistische Gesellschaft. ยซUnd dafรผr gehen wir am 14. Juni auch dieses Jahr wieder auf die Strasseยป, sagt Lirija Sejdi vom feministischen Streikkollektiv, und ergรคnzt: ยซJahr fรผr Jahr, bis wir unsere Forderungen erfรผllt sehenยป.


    Lautstarke Forderungen an der Demonstration am Abend

    Um 18 Uhr startet auf der Schรผtzenmatte der Hรถhepunkt des feministischen Streiktags: Das Streikkollektiv Bern ruft alle Frauen, intergeschlechtliche, nicht-binรคre, trans und agender Personen sowie solidarische Menschen dazu auf, die Forderungen nach einer solidarischen, feministischen und antirassistischen Gesellschaft lautstark auf die Strassen von Bern zu tragen. Der Demonstrationsumzug endet auf dem Bundesplatz, wo bis um 22 Uhr die Schlusskundgebung und Konzerte stattfinden.


    Kontakt:
    Moana Mika, feministisches Streikkollektiv Bern
    medien@frauen-streiken.ch
    Tel.: +41 78 703 00 05

    Weitere Infos und Veranstaltungen:
    Instagram: @fem.streikkollektiv.bern