Kategorie: Politik

  • Medienmitteilung: Stellungnahme zum Antrag der SGK-N zur Elternzeit

    Bern, 02.06.2025

    Das Feministische Streikkollektiv Bern nimmt Stellung zum Entscheid der Kommission fรผr soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK-N) vom 23. Mai 2025, wonach im Rahmen einer geplanten Elternzeitregelung die Mรถglichkeit vorgesehen ist, Teile des bestehenden Mutterschaftsurlaubs an das zweite Elternteil zu รผbertragen.

    Die vorgeschlagene Anpassung wรผrde den aktuell 14-wรถchigen Mutterschaftsurlaub betreffen und kรถnnte dazu fรผhren, dass gebรคrende Elternteile auf einen Teil ihres Schutzanspruchs verzichten. Das Feministische Streikkollektiv Bern spricht sich klar gegen eine
    solche Regelung aus. Aus Sicht des Streikkollektivs stellt der Mutterschaftsurlaub als essentielle gesundheitliche Schutzfrist das absolute Minimum dar und steht nicht zur Diskussion โ€“ um eine vermeintlich gleichberechtigte Elternzeit auf dem Rรผcken der
    Betroffenen durchzudrรผcken.

    Bedarf an umfassender Elternzeitregelung

    Das Kollektiv begrรผsst grundsรคtzlich die Diskussion um eine gerechtere Aufteilung von bezahlter Elternzeit. Eine neue Elternzeitregelung muss jedoch zusรคtzliche Leistungen schaffen und darf nicht an bestehenden Schutzfristen kรผrzen. Die derzeitigen gesetzlichen Regelungen โ€“ 14 Wochen Mutterschaftsurlaub und 2 Wochen Vaterschaftsurlaub โ€“ sind ein
    Armutszeugnis und gehen an der Realitรคt der meisten Familien meilenweit vorbei.

    Im Rahmen des feministischen Streiktags am 14. Juni 2025 setzt sich das Streikkollektiv daher unter anderem fรผr folgende Forderungen ein:

    • Einfรผhrung einer eigenstรคndigen, bezahlten Elternzeit fรผr alle Elternteile
    • Gesetzliche Anerkennung und faire Entschรคdigung von unbezahlter Care-Arbeit
    • Reduktion der wรถchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden bei gleichem Lohn


    Demonstration und Aktionen am 14. Juni in Bern

    Am 14. Juni 2025 organisiert das Feministische Streikkollektiv Bern eine bewilligte Demonstration anlรคsslich des feministischen Streiktags. Die Demonstration beginnt um 16:00 Uhr auf der Schรผtzenmatte und endet mit einer Schlusskundgebung auf dem Bundesplatz. Bereits ab dem Nachmittag organisiert das Feministische Streikkollektiv Bern auf dem
    Bundesplatz und der Schรผtzenmatte verschiedene Aktionen, Redebeitrรคge und Konzerte.

    Das Feministische Streikkollektiv Bern ruft alle Frauen, intergeschlechtlichen, nicht-binรคren, trans und agender Personen sowie solidarische Menschen dazu auf, gemeinsam laut, wรผtend und kรคmpferisch auf die Strasse zu gehen.

    Kontakt:
    Name: Sara Mรถser (sie/ihr)
    medien@frauen-streiken.ch

    Das Programm sowie Bildmaterial finden Sie unter:
    www.feministischer-streik-bern.ch

    Weitere Infos und Veranstaltungen:
    Instagram:@fem.streikkollektiv.bern

  • Stop Feminizide: Aktion und Infos โ€“ Triggerwarnung Feminizide !

    Tour gegen Feminizide

    Zwischen dem 30. August und 01. September 2024 hat das Kollektiv ยซGemeinsam gegen Feminizideยป eine Tour gegen Feminizide organisiert. Wir waren mit einer Aktion dabei.

    Aktion und Austausch in Bern 2024

    Zum Gedenken an die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt haben wir in der Stadt Bern Schuhe verteilt, inspiriert von der internationalen Kunstaktion ยซZapatos Rojosยป der Mexikanerin Elina Chauvet.

    Feminizide im Jahr 2024

    Im Schnitt wird in der Schweiz alle zwei Wochen eine FLINTA-Person durch ihren Ehemann, Lebensgefรคhrten, Ex-Partner, Bruder oder Sohn getรถtet. Im 2024 wurden bereits 11 Frauen getรถtet (stand 23. August).

    • 5. Januar 2024, Allaman, Waadt. Die Frau wurde 46 Jahre alt.
    • 15. Januar 2024, Wรคdenswil, Zรผrich. Die Frau wurde 56 Jahre alt.
    • Ende Januar 2024, tot aufgefunden bei Laufen-Uhwiesen, Zรผrich. Die Frau wurde 27 Jahre alt.
    • 13. Februar 2024, Binningen, Basel-Landschaft. Die Frau wurde 38 Jahre alt.
    • 16. Mรคrz 2024, Vevey, Waadt. Die Frau wurde 40 Jahre alt.
    • 25. Mรคrz 2024, Frauenfeld, Thurgau. Die Frau wurde 74 Jahre alt.
    • 21. Mai 2024, Mรคnnedorf, Zรผrich. Das Alter der Frau ist nicht bekannt.
    • 4. Juni 2024, Knonau, Zรผrich. Die Frau wurde 78 Jahre alt.
    • 6. Juli 2024, Sursee, Luzern. Das Alter der Frau ist nicht bekannt.
    • 28. Juli 2024, Vรฉtroz, Wallis. Die Frau wurde 55 Jahre alt.
    • 8. August 2024, Basel. Die Frau wurde 75 Jahre alt.
    • 24. August 2024, Zรผrich. Die Frau wurde 38 Jahre alt.

    Appell an die Medien

    Wir fordern Medien auf Feminizide und Gewalt gegen Frauen nicht lรคnger zu verharmlosen.

    Medienberichte verharmlosen Feminizide und Gewalt gegen Frauen. Eine Studie von Gender Equality Media e.V. in Deutschland hat gezeigt, dass 2021 92 Prozent der gezรคhlten Medienartikel Gewalt gegen Frauen verharmlosen. Verharmlosende Begriffe wie Bluttat, Familiendrama, Beziehungstat oder sogar Sextรคter waren dabei die am hรคufigsten verwendeten Begriffe, um Gewalt gegen Frauen klein zu reden. Eines haben all diese Wortschรถpfungen gemeinsam โ€“ sie verfรคlschen Tatbestรคnde, bagatellisieren und verschweigen das strukturelle Ausmass von Gewalt gegen Frauen systematisch. Diese Begriffe rรผcken partnerschaftliche Gewalt ins Private (Beziehung) und banalisieren diese auch als Einzeltaten (Drama). Mit diesen Begriffen wird die Tรถtung nicht benannt. Darรผber hinaus tun sich Medien besonders gut daran, รผber das Tatmotiv zu spekulieren, was dann zumeist auf Eifersucht hinauslรคuft. Auch in der Justiz und bei der Polizei ist Eifersucht als Motiv fest verankert. Dadurch wird nicht nur systematisch die Tรคterperspektive eingenommen und die mรคnnlichen Besitzansprรผche in den Vordergrund gerรผckt. Die Tรคter selbst werden hรคufig als unzurechnungsfรคhige Einzeltรคter beschrieben. Die Berichterstattung erweckt dabei den Eindruck, dass es sich bei den Taten um aussergewรถhnliche Schicksalsschlรคge handelt, um Einzelfรคlle, die tragisch und erschรผtternd sind, fรผr die es aber keine rationale oder gar systematisch-strukturelle Erklรคrung gibt.

    Anstatt die gesamtgesellschaftliche Problematik โ€“ wie etwa gรคngige Mรคnnlichkeits- und Weiblichkeitsideale, die Gesetzeslage, das geschlechterstereotype Verhalten der Amtstrรคger*innen in den Behรถrden oder bei der Polizei, mangelnde Unterstรผtzungsangebote wie Programme zur Prรคvention von Gewalt, Schutzhรคuser oder Beratungsstellen oder besondere Abhรคngigkeiten aufgrund von Geld oder Aufenthaltsstatus โ€“ miteinzubeziehen, werden im Rahmen der Berichterstattung oft allein die persรถnlichen Beziehungskonflikte als Ursachen und Motive angefรผhrt Darรผber hinaus wird Gewalt gegen Frauen medial ausgeschlachtet. Je blutiger und grausamer ein Angriff gegenรผber Frauen ist, desto voyeuristischer und profitgieriger wird die Tat in den Medien aufgegriffen. Nicht selten wird dabei ausschliesslich aus der Tรคterperspektive berichtet. Einzelheiten der Tat werden detailliert beschrieben, manchmal sogar bis hin zur Unterwรคsche des Opfers. Solche Details haben nichts in der medialen Berichterstattung zu suchen. Sie bedient das Narrativ der Tรคter-Opfer-Umkehr: Die Opfer waren nicht vorsichtig genug und tragen deswegen eine Mitschuld.

    Bei Feminiziden, bei denen der Tรคter nicht als Schweizer definiert wird, wird dabei hรคufig von sogenanntem ยซEhrenmordยป berichtet. Nur, wenn von ยซEhrenmordยป die Rede ist, wird die Tรถtung sprachlich รผberhaupt aufgegriffen. In der Regel wird sie dabei aber durch antimuslimischen Rassismus instrumentalisiert, indem die Tat fremd dargestellt wird. So entsteht das Bild einer Bedrohung, die nichts mit der schweizerischen Gesellschaft zu tun habe, sondern von einer angeblich fremden Kultur oder Religion importiert worden sei. Dieser Mechanismus zeigt sich unter anderem dann, wenn eine Betonung der Nationalitรคt oder Herkunft des Tรคters das Verstehen und die Vermittlung der Geschlechtsspezifik der Taten รผberlagert. Die feministische Bewegung konnte erwirken, dass immer mehr Medienschaffende die Begriffe Femizid/Feminizid verwenden. Dies zeigt auf, dass der Druck von der Strasse wirksam ist. So hat die Schweizer Tageszeitung ยซ20 Minutenยป ein Gremium fรผr soziale Verantwortung eingerichtet, das die Verwendung einer respektvollen und gewaltfreien Sprache unter Journalist*innen fรถrdern soll, auch wenn sie รผber Gewalt gegen Frauen berichten. Wir bleiben dran und fordern die Medien zur konsequenten feministischen Berichterstattung auf!ย 

    Wir fordern die Schweizer Medien auf, feministisch รผber Feminizide und geschlechtsspezifische Gewalt zu berichten. Wir fordern sie auf, die systematisch-strukturellen Ursachen fรผr diese Gewalt im patriarchalen System zu benennen und keine verharmlosende, voyeuristische und rassistische Berichterstattung zu machen.

    Unsere Forderungen

    • Ausbau der Tรคterarbeit in Form von Beratungsstellen und Lernprogrammen, sowie schulischer Jugendarbeit, die Mรคnnlichkeits-vorstellungen und Geschlechterrollen kritisch hinterfragt.
    • Traumainformierte Betreuung von Betroffenen versuchter Feminizide bei Gerichtsverfahrenย 
    • Eine gesamtschweizerische Statistik รผber (versuchte) Feminizide und die Hintergrรผnde und Motive der Tatย 
    • Studien zu geschlechtsspezifischer Gewalt (Link zu Forderung zur Erfassung)ย 
    • Gesellschaftliche und politische Gleichstellung der Geschlechter
    • Mehr Platz in Frauenhรคusern fรผr schutzbedรผrftige Frauen und Kinder (Link zu Schutzplรคtzen)ย 
    • Kostendeckende Finanzierung der Opferhilfe- und Beratungsstellen
    • Verschรคrfung des Waffengesetzes
    • Verantwortungsvolle und korrekte Berichterstattung der Medien (Link zur ausfรผhrlichen Forderung)ย 
    • Konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention (Link zur Istanbul Konvention)

    Schutzplรคtze und Beratungs-Angebote = Prรคvention vor Feminiziden

    In der Schweiz steigt der Bedarf an Frauenhausplรคtzen seit Jahren. Die Frauenhรคuser sind chronisch รผberlastet.

    ยซDie Zahl der Frauen, die Schutz suchen, hat in den letzten Monaten zugenommen. Gleichzeitig fehlen in der Schweiz genรผgend Schutzplรคtzeยป, schreibt die Dachorganisation Frauenhรคuser Schweiz und Liechtenstein (DAO) in einer Mitteilung im Juni 2024.ย 

    Mit nur 0,23 Familienzimmer pro 10’000 Einwohner*innen unterschreitet die Schweiz die Empfehlung des Europarates von einem Familienzimmer pro 10’000 Einwohner*innen bei Weitem. Die DAO fordert darum ein schnelles Handeln der Behรถrden. Und das nicht zum ersten Mal.ย 

    Im Jahr 2023 Jahr waren die beiden Frauenhรคuser im Kanton Bern zu 86% ausgelastet.ย Zudem mussten diverse Schutzsuchende mit ihren Kindern aus Platzmangel in Hotels platziert werden. Frauenhรคuser sind Kriseninterventionsstellen. Ihre durchschnittliche Auslastung sollte gemรคss der Konferenz der kantonalen Sozialdirektor*innen nicht hรถher sein als 75%. Trotzdem plant der Kanton in der neuen Opferhilfestrategie keine weiteren Frauenhausplรคtze.ย 

    Im Kanton Bern fehlen zudem Schutzplรคtze fรผr Menschen mit spezifischen Bedรผrfnissen. Wo finden beispielsweise von hรคuslicher Gewalt betroffene Menschen mit kรถrperlicher, psychischer oder kognitiver Beeintrรคchtigung oder Menschen mit Suchterkrankungen Schutz und Unterkunft? Wo finden non-binรคre Menschen oder trans Frauen, die teilweise mรคnnlich gelesen werden und deswegen in Frauenhรคusern nicht aufgenommen werden und fรผr die Frauenhรคuser ev. nicht sichere Orte sind Schutz, wenn sie gewaltbetroffen sind? Auch fรผr von hรคuslicher Gewalt betroffene Mรคdchen, junge Frauen und queere Jugendliche fehlen Schutzunterkรผnfte, die ihren spezifischen Bedรผrfnissen als junge Personen und dem allfรคllig hohen Bedarf an Sicherheitsmassnahmen gerecht werden. Der Kanton Bern hat sich gegen die Finanzierung eines Mรคdchenhauses ausgesprochen und will stattdessen von hรคuslicher Gewalt betroffene Mรคdchen und junge Frauen in Frauenhรคusern oder Jugendinstitutionen platzieren lassen. Diese Institutionen werden aber jugendlichen Personen in Gefรคhrdungssituationen nicht gerecht!ย 

    Durch die Verankerung von Sanktionen fรผr Tatpersonen ohne Schweizer Staatsangehรถrigkeit in der Opferhilfestrategie plant der Kanton faktisch eine Einschrรคnkung des Zugangs zur Opferhilfe.

    Konkret schreibt der Kanton im Bericht zur Opferhilfestrategie 2023-2033: ยซWer im Kontext Asyl und Flรผchtlinge sowie allgemein im Migrationsbereich hรคusliche Gewalt oder eine andere Art von Gewalt ausรผbt (Schlรคgereien), wird systematisch sanktioniert. Die Sanktionen kรถnnen beispielsweise das Aussetzen […], die Kรผrzung bzw. Einstellung der Sozialhilfe darstellen.ยป Dieses Vorhaben ist auf mehreren Ebenen eine Form von struktureller Gewalt. Einerseits handelt es sich um strukturellen Rassismus, wenn gegenรผber Gewalt ausรผbenden Personen ohne Schweizer Staatsangehรถrigkeit anders vorgegangen wird, als gegenรผber solchen mit Schweizer Staatsangehรถrigkeit. Andererseits muss sich die Opferhilfe konsequent an den von Gewalt betroffenen Personen und deren Bedรผrfnissen ausrichten.

    Derย Umgang mit Tatpersonen ist nicht Teil der Opferhilfe und soll auf keinen Fall auf diese rassistische Weise Teil der kantonalen Opferhilfestrategie werden! Insbesondere bei hรคuslicher Gewalt ist es zentral, dass betroffene Menschen Hilfe bekommen, ohne ร„ngste, dass behรถrdlich gegen die gewaltausรผbenden Personen vorgegangen wird. Dies ist ein Grundsatz der Opferhilfe und muss fรผr alle gelten! Anderenfalls ist fรผr viele gewaltbetroffene Personen die Hรผrde zu hoch, um sich Unterstรผtzung zu holen. Und dies kann lebensgefรคhrlich sein!

    Wir fordern mehr Schutzplรคtze und Beratungs-Angebote

    Niederschwellig zugรคngliche Schutzplรคtze und Beratungsangebote sind unerlรคsslich fรผr die Prรคvention vor Feminiziden! Wir fordern deshalb:

    • Genรผgend Schutzplรคtze!
    • Niederschwellig zugรคngliche Schutzplรคtze und Beratung!
      • Beratungsangebote in den verschiedenen Regionen
      • 24h professionelle Telefonberatung fรผr alle
      • Keine Verflechtung von Opferschutz und Sanktionen fรผr Tatpersonen ohne CH Staatsangehรถrigkeit!
    • ย Auf Bedรผrfnisse zugeschnittene Schutzplรคtze!
    • Barrierefreie Schutzplรคtze fรผr Menschen mit kรถrperlicher, geistiger oder Sinnes-Beeintrรคchtigung
      • Schutzplรคtze fรผr Menschen mit psychischen Erkrankungen inkl. Suchterkrankungen
      • Passende Schutzplรคtze fรผr queere Erwachsene und Jugendliche
      • Ein Mรคdchenhaus im Kanton Bern
      • Genรผgend Schutzplรคtze fรผr Mรผtter mit vielen Kindern

    Wir fordern die statistische Erfassung von Feminiziden!

    Wir fordern die statistische Erfassung von Feminiziden! Feminizide werden aktuell in der amtlichen nationalen Statistik nicht als Kategorie ยซFemizide/Feminizideยป erfasst. Das fรผhrt dazu, dass sie nicht als gesellschaftliche Tatsache anerkannt werden und dem รถffentlichen Bewusstsein und politischen Handeln verborgen bleiben (FREI, 2022).ย  Wie Tamara Funiciello in einem Redebeitrag im Nationalrat am 2. Juni 2021 ausfรผhrt:ย 

    1. Sprache ist Macht, und Sprache schafft Realitรคten. Heute wird gerade in den Medien zu hรคufig von ยซFamiliendramenยป gesprochen, wenn es sich um Femizide handelt. Wenn wir den Begriff in unser Strafgesetzbuch aufnehmen, haben wir die Mรถglichkeit, diese spezifische Konstellation von Morden richtig zu benennen. Solche Morde haben nichts mit Liebe und nichts mit Drama zu tun, sondern mit Hass und Gewalt. Das sollten wir auch so benennen.
    2. Wir haben ein Problem mit unserer Statistik. Heute wird in der Kriminalstatistik nur ein Teil der Femizide erfasst, nรคmlich jene, die im hรคuslichen Rahmen stattfinden. Solche, die von Verwandten oder Expartnern begangen werden, bei denen kein hรคuslicher Kontext besteht, werden nicht erfasst. Das gilt auch bei Tรถtungen durch Unbekannte aufgrund von Hass auf Frauen, also Misogynie. Frauenhass gehรถrt in unser Strafrecht, denn es ist ein Motiv fรผr Gewalt. Je schneller wir das erkennen, desto besser kรถnnen wir endlich handeln.
    3. Die Istanbul-Konvention, die wir ratifiziert haben, verlangt, dass Femizide nicht weniger hart bestraft werden als andere Tรถtungsdelikte.

    Eine bessere Datenlage zum Ausmass der Gewalt an Frauen und insbesondere zu Feminiziden ist unerlรคsslich, um diese Taten nicht nur festzustellen, sondern auch, um Massnahmen zur Verhinderung dieser Taten zu formulieren. Jedoch gibt es in der Schweiz immer noch keine offizielle Stelle, die Feminizide systematisch aufzeichnet und eine Statistik รผber Tรถtungen aufgrund des Geschlechts fรผhrt. Statistiken sind so auch Teil des patriarchalen Systems. Durch die aktuellen Statistiken besteht die Gefahr, dass ein unvollstรคndiges, verzerrtes und irrefรผhrendes Bild entsteht.

    Deshalb wird diese Arbeit aktuell durch Organisationen der Zivilgesellschaft verrichtet.ย  Das Projekt ยซstoppfemizid.chยป hat anhand von Berichterstattungen gezรคhlt, dass es Stand heute (23. August 24) allein in diesem Jahr in der Schweiz bereits 11 Feminizide zu beklagen gibt.ย 

    ยซFemizidยป oder ยซFeminizidยป

    ย Im deutschsprachigen Gebiet wird hรคufig der Begriff Femizid gebraucht, nach WHO definiert als ยซabsichtlicher oder/und versuchter Mord an Frauen, weil sie Frauen sindยป.

    Lateinamerikanische Aktivist*innen haben den Begriff Feminizid geprรคgt, da dieser die gesellschaftlichen Machtstrukturen klarer im Mord gegen Frauen oder als Frauen gelesene Personen heraushebt. Das bedeutet, dass auch der Staat Verantwortung trรคgt, da er die patriarchale Ordnung reproduziert, in der ein Feminizid ausgeรผbt wird. Der Begriff Feminizid ist zudem inklusiver angedacht, da er Personen miteinbezieht, die als Frauen gelesen werden, die jedoch nicht- binรคr oder trans Mรคnner sind.

    Femizid wie auch Feminizid werden in der Literatur abwechselnd verwendet.ย 

    Ausserhalb der ยซNormยป

    Geschlechtsspezifische Feminizide werden unter anderem verรผbt, wenn das Verhalten einer Frau* nicht im Einklang mit den sozialen Normen der Dominanzgesellschaft oder dem stereotypen Geschlechtsrollenverhalten ist.

    Das gilt etwa fรผr nicht ยซnormgemรคsseยป sexuelle Orientierungen, Geschlechts-identitรคten und/oder Geschlechtsmerkmale. Leider erfassen die aktuellen statistischen Erhebungen Feminizide an FLINTA+*-Personen nicht spezifisch.

    Gewaltpyramide

    Gewalt gegen FLINTA baut auf verschiedenen Formen von Sexismen auf, deren Fundament die patriarchalen Vorstellungen von Geschlechterrollen bilden. Feminizide stellen dabei die Spitze der Pyramide dar.

    Die Kontrolle von FLINTA zeigt sich in allen Stufen der Pyramide: Sexualisierung und Objektifizierung, Absprechen der Selbstbestimmung, sexuelle Belรคstigung und psychische sowie physische Gewalt. Bei all diesen Gewaltformen geht es um die Machtausรผbung gegenรผber FLINTA. Feminizide an der Spitze: Das Leben einer FLINTA wird beendet, um maximale Kontrolle und Macht รผber sie auszuรผben.

    Rechtslage in der Schweiz

    In der Schweiz gibt es keine strafrechtliche Definition fรผr Feminizide. Solche Taten wird als Mord oder Totschlag verurteilt. Plรคne zur Verwendung des Begriffes Feminizid wurden vom Stรคnderat wiederholt abgelehnt, zuletzt 2020. Es wird argumentiert, dass das Strafgesetzbuch grundsรคtzlich geschlechtsneutral ausgestaltet wird: Die Tรถtungsdelikte werden nur nach der Schwere der Straftat unterteilt (vorsรคtzliche Tรถtung: art. 111, Mord: art. 112, Totschlag: art. 113), inklusive einer versuchten Straftat.

    Den Begriff Feminizid gibt es im Strafgesetzbuch also nicht. Die Istanbul-Konvention (art. 3(d)) versteht aber unter ยซgeschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauenยป Gewalt, die gegen eine Frau gerichtet ist, weil sie eine Frau ist, oder die Frauen unverhรคltnismรคssig stark betrifft.

    Gemรคss der Konvention (art. 12(1)) muss die Schweiz โ€“ prรคventiv โ€“ auch Massnahmen ergreifen, um die sozialen und kulturellen Verhaltensmuster von Frauen und Mรคnnern zu verรคndern, d.h. Vorurteile, Brรคuche, Traditionen beseitigen, die auf der Vorstellung der Unterlegenheit der Frau oder auf Rollenzuweisungen (Stereotypen) fรผr Frauen und Mรคnner beruhen. Die Konvention muss v.a. ohne Diskriminierung umgesetzt werden, d.h. insbesondere das biologische, soziale Geschlecht, die sexuelle Ausrichtung, die Geschlechtsidentitรคt, das Alter, den Migrations- oder Flรผchtlingsstatus in der Umsetzung berรผcksichtigen (art. 4(3)). Das ist in der Schweiz aktuell nicht der Fall.ย 

    Solange Behรถrden, Justizbehรถrden, die Polizei und die Verwaltung die Istanbul-Konvention nicht ernst nehmen, zeigen die aktuellen Statistiken nur die Spitze des Eisbergs von Feminiziden.

    ย 

    Istanbul-Konvention

    Die Schweiz hat 2017 die Istanbul-Konvention ratifiziert, das รœbereinkommen des Europarats zur Verhรผtung und Bekรคmpfung von Gewalt gegen Frauen und hรคuslicher Gewalt. Die Konvention hat das Ziel, geschlechtsspezifische und familiรคre Gewalt an ihren Wurzeln zu bekรคmpfen und die Rechte der Gewaltbetroffenen auf Unterstรผtzung und Schutz durchzusetzen. Sie definiert geschlechtsspezifische Gewalt als Menschenrechtsverletzung und eine Form von Diskriminierung gegenรผber Frauen und Opfern hรคuslicher Gewalt.

    Im November 2022 wurde die Schweiz von GREVIO (unabhรคngige Expert*innengruppe, die fรผr die รœberwachung der Umsetzung der Istanbul-Konvention durch die Vertragsparteien verantwortlich ist) gerรผgt, Massnahmen zu ergreifen: Der Bericht zeigt z.B. auf, dass die Schweiz Daten รผber Gewalt gegen Frauen und hรคusliche Gewalt mangelhaft erhebt.

    Anlauf- und Beratungs­stellen

    Bist du betroffen von hรคuslicher, sexueller oder verbaler Gewalt? Hier findest du Hilfe

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  • IDAHOBIT

    Am 17.5. Ist IDAHOBIT TAG, der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit


    Wir sind hier, wir sind queer und wir nehmen unseren Platz ein!

    Wir kennen unser Geschlecht, unsere Geschlechtsidentitรคt, unsereย  Sexualitรคt! Und wir haben das Recht, zu lieben und zu existieren ohne Gewalt zu leben!

    Unsere Geschlechtsidentitรคt, unseren Kรถrper, unsere Geschlechtsmerkmale und unsere Sexualitรคt suchen wir uns nicht aus. Unseren Geschlechtsausdruck hingegen wรคhlen wir, d.h. Kleidung, Style, Make-up etc. Dies soll frei von gesellschaftlichen Normen und ohne Diskriminierung und negative Konsequenzen mรถglich sein. Weil: Dies kann einerseits Teil eines Selbstfindungsprozesses sein und ist andererseits fรผr alle Menschen Teil ihrer Identitรคt.ย 


    Du bist richtig,so wie du bist!

    Im patriarchalen System werden wir gezwungen, uns in binรคre Wertvorstellungen zu zwรคngen. Unsere Geschlechtsidentitรคt wird nur anerkannt, wenn sie in eine Schublade passt. Wรคhrend sich cis-heteronormativeย  Gesellschaften mit Fragen beschรคftigen wie: ยซwas macht Mann-sein heute aus?ยป, hatte die LGBTIQ+ Community schon immer die Antwort gehabt: Du bist richtig,so wie du bist! Wenn eine Frau, trans oder nicht, sagt: ICH BIN EINE FRAU, ist es so. Wenn eine Person sagt: ICH BIN NICHT BINร„R, ist es so. Die Forderung, dass mensch irgendwelche bestimmte Charakter- Verhaltens- Schรถnheits- oder Kรถrpermerkmale erfรผllen muss, um von anderen Menschen akzeptiert zu werden, ist anti-feministisch.


    Beispiele patriarchaler Gewalt

    Das Patriarchat geht mit Gewalt gegen die Menschen vor, die nicht in binรคr-traditionelle Muster passen. Wir haben einige Beispiele:

    • trans Menschen, denen ihre Geschlechtsidentitรคt abgesprochen und denen Zugang zu medizinischen Leistungen verwehrt wird. Auch die Medien spielen hier oftmals eine negative Rolle, wie die Beschwerde an die Obudsstelle von SRF zeigt
    • intergeschlechtliche Menschen, deren im Geschlechtsmerkmale und Genitalien meist in ihrer Kindheit ohne selbstbestimmte Einwilligung operativ,irreversibel und ohne medizinischen Grund verรคndert wurden, was immer noch nicht gesetzlich verboten ist (Medienmitteilung von InterAction vom Mรคrz 2022);
    • Die Sexualisierung von Lesben nur um cis-het Mรคnnern aufzugeilen, oder das Absprechen der Weiblichkeit von Lesben.
    • Die Diskriminierung und der Aufruf zu Hass wegen sexueller Orientierung durch rechtspopulistische oderย  rechtsextreme Personen – wie kรผrzlich ein Urteil des Bundesgerichts zugunsten einer lesbischen Frau bestรคtigte;ย 
    • die Diskriminierung, Scham und Unsichtbarkeit, die bi-sexuelle Menschen erleben. Hier werden Bi-Vorurteile entkrรคftet
    • die kรผrzliche Entlassung eines schwulen Lehrers durch die Schulleitung;ย 
    • Konversionsmassnahmen an Jugendlichen, die noch immer nicht verboten sind und
    • dass es vielen Menschen hierzulande nicht mรถglich ist, einen amtlichen Geschlechtseintrag ausserhalb der Kategorien ยซFrauยป / ยซMannยป zu erhalten oder auf einen Geschlechtseintrag zu verzichten – sie sind kein Es, sondern Menschen mit Rechten. Deshalb: unterschreibt gleich hier den offenen Brief an Bundesrat und Parlament: https://wecollect.ch/projekte/break-the-codeย 

    Das ist es, was wir als Wahn bezeichnen und dem behauptetenย  โ€œGenderwahnโ€ entgegensetzen. Wir sind queerfeministisch – nicht heteronormativ!


    Weitere Quellen


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  • JA zur Prรคmien-Entlastungs-Initiative!

    Abstimmung, 9. Juni 2024

    Jeder Haushalt soll kรผnftig hรถchstens 10 Prozent seines verfรผgbaren Einkommens fรผr Krankenkassenprรคmien bezahlen: Das fordert die Prรคmien-Entlastungs-Initiative รผber die wir am 9. Juni abstimmen. Das feministische Streikkollektiv Bern empfiehlt ein JA!


    14% des Einkommens fรผr Prรคmien

    Viele Menschen leiden unter den hohen Krankenkassenprรคmien. Mussten vor 30 Jahren im Schnitt 8 Prozent des Einkommens fรผr die Prรคmien aufgewendet werden, sind es heute 14 Prozent. Je nach Kanton und Haushaltstyp kann die Prรคmie bis zu einem Fรผnftel des Lohnes beanspruchen. Angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten werden die Krankheitskosten fรผr immer mehr Menschen zu einer hohen Belastung, und immer mehr Menschen vermeiden nรถtige medizinische Hilfe oder Zahnarztbesuche – weil sie sich dies finanziell nicht leisten kรถnnen. Das darf nicht sein, und es braucht es ein JA zur Prรคmien-Entlastungs-Initiative!


    Fรผr ein sozial finanziertes Gesundheitswesen

    Die Initiative bringt in den nรคchsten Jahren Entlastung. Doch das feministische Streikkollektiv Bern ist รผberzeugt, dass Gesundheitswesen grundsรคtzlich sozialer finanziert werden muss. Heute kรถnnen Haushalte mit tiefem Einkommen mit den Prรคmienverbilligungen zwar entlastet werden. Aber dieses Instrument greift in vielen Kantonen nicht, so auch im Kanton Bern. Im Gesetz steht, dass zwischen 45 und 25 Prozent der Bevรถlkerung Prรคmienverbilligungen erhalten sollten. In Tat und Wahrheit erhalten noch gerade noch 28 Prozent eine Verbilligung. Das heisst: Wir berappen die Krankheitskosten immer stรคrker privat รผber die unsozialen Kopfprรคmien, und der Staat spart und zieht sich aus der Verantwortung zurรผck. Deshalb fordern wir lรคngerfristig einen grundsรคtzlichen Systemwechsel zu Prรคmien, die sich nach Einkommen und Vermรถgen richten!


    Nein zur schรคdlichen Kostenbremsen-Initiative!

    Die Kostenbremse-Initiative der Mitte ist hingegen schรคdlich und erhรถht den Spardruck auf das Gesundheitswesen und damit auf das Personal. Zu hoher Kostendruck kann auch der Qualitรคt in der Krankheitsversorgung schaden. Das feministische Streikkollektiv empfiehlt ein NEIN!


    Du mรถchtest weitere Informationen?

    Dann besuche die Website des Initativkomitees, der SP und der Grรผnen.


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  • Ja zu AHVx13! Ja zu einer AHV, die zum Leben reicht!

    Ja zur 13. AHV-Rente = Ja zu einem Leben im Alter in Wรผrde fรผr alle!

    Heute reicht die Rente nicht mehr zum Leben. Die AHV-Renten sind in den letzten Jahren trotz starker Teuerung kaum gestiegen. Die Initiative will darum die AHV-Rente um 8,33 Prozent anheben und so die Teuerung auch fรผr Rentner:innen ausgleichen. 8,33 Prozent entsprechen einer 13. Monatsrente. 


    Ja zur 13. AHV-Rente = Frauen werden besser gestellt! 

    Eine 13. AHV-Rente bringt Frauen am meisten! Denn die Armut in der Schweiz ist weiblich. Ein Drittel aller Frauen hat im Alter nur die AHV und keine Pensionskasserente (PK). Beide Renten zusammen liegen bei Frauen ein Drittel tiefer als bei den Mรคnnern. Kommt dazu, dass gratis Familien- und Betreuungsarbeit nur in der AHV mit den Erziehungs- und Betreuungsgutschriften angerechnet wird. Die Pensionskassen dagegen stรผtzen sich auf Lรถhne ab und es werden nur Jahreslรถhne รผber 22’050 Franken berรผcksichtigt. Aus diesen Grรผnden sind viele Frauen trotz lebenslanger Arbeit auf Ergรคnzungsleistungen (EL) angewiesen. Die Initiative stellt sicher, dass die EL nebst der 13. AHV-Rente in bisheriger Hรถhe ausbezahlt wird. Eine AHV, die zum Leben reicht, ist vor allem gegenรผber den Frauen eine Frage des Respekts. 


    Ja zur 13. AHV-Rente, denn das Geld ist da!

    Derzeit liegen im AHV-Fonds 50 Milliarden Franken an Reserven โ€“ so viel wie noch nie! Weil die Frauen neu bis 65 Jahre arbeiten mรผssen, hรคuft sich das Geld an: Bis 2033 werden es laut Bundesamt fรผr Sozialversicherungen 63 Milliarden Franken sein. Wir kรถnnen uns eine 13. AHV-Rente leisten! Die AHV ist dank Umlageverfahren die stabilste Sozialversicherung und musste im Gegensatz zu etlichen Pensionskassen noch nie ยซgerettetยป werden. 


    Ja zur 13. AHV-Rente = Ja zur Solidaritรคt!

    Die AHV ist das solidarischste Sozialwerk der Schweiz: Die reichsten 8 Prozent finanzieren die Renten der anderen 92 Prozent mit. Warum? Weil die Lohnabzรผge (in Prozent) fรผr alle gleich hoch sind; hohe Lรถhne spรผlen hohe Beitrรคge in die AHV-Kasse. Und weil es zugleich eine Maximalrente gibt. Heisst: Egal, wie viel jemand eingezahlt hat, mehr als das Maximum gibt es nicht. Das รคrgert die Grossverdiener:innen und Aktionรคr:innen (auch Dividenden unterstehen der AHV), denn sie erhalten weit weniger Rente als sie eingezahlt haben. 


    JA zur 13. AHV = Ja zum Generationenvertrag!

    Die AHV-Renten der ยซAltenยป werden von den Arbeitnehmenden, den ยซJungenยป, und den Arbeitgebenden finanziert. Dieses Umlageverfahren ist der Generationenvertrag der AHV. Dieser gilt heute zwischen den ยซJungenยป und ihren Grosseltern und Eltern und er gilt morgen und รผbermorgen fรผr die heutigen ยซJungenยป, die dann Eltern und Grosseltern sind. Die AHV spielt nicht die ยซJungenยป gegen die ยซAltenยป aus, im Gegenteil: Die AHV stรคrkt den Zusammenhalt zwischen den Generationen! 


    JA zur 13. AHV = Ja zur Stรคrkung aller im Alter!

    Wer ein Leben lang gearbeitet hat, hat ein Recht auf ein Alter in Wรผrde. Die Bundesverfassung schreibt vor, dass die Renten den ยซExistenzbedarf angemessen deckenยป. Diese Vorschrift wird lรคngst nicht mehr eingehalten. Mit den steigenden Lebensmittelpreisen, Mieten und Krankenkassenprรคmien verschlimmert sich heute die Lage vieler Rentner:innen. Ja, auch die Reichen werden mit der Initiative eine 13. AHV-Rente erhalten, obwohl sie das gar nicht nรถtig haben. Das kann als stossend erachtet werden. Aber lieber erhalten einige wenige zu viel, als dass die vielen, die eine 13. AHV-Rente wirklich dringend brauchen, nicht genug Geld fรผr ein Alter in Wรผrde erhalten!


    Ja zur 13. AHV-Rente = Nein zu einem weiteren Abbau bei den Renten!

    Noch letzten Herbst war den Frauen bei der AHV21-Abstimmung (Erhรถhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre) versprochen worden, dass sie damit mehr Rente haben wรผrden. Jetzt passiert das Gegenteil: Der Bundesrat will die Rentenzuschlรคge fรผr die Frauen der sogenannten รœbergangsgeneration der AHV21 noch nicht einmal an die Teuerung anpassen. Zudem will er die Witwenrenten zusammenstreichen. Und die nรคchste Rentenreform, die BVG21, will, dass wir alle deutlich mehr in die Pensionskassen einzahlen (hรถhere Lohnabzรผge); gleichzeitig sollen die PK-Renten fรผr alle stark sinken (Senkung des Umwandlungssatzes). รœber diese Verschlechterungen stimmen wir noch diesen Sommer oder Herbst ab.


    Nein zu Rentenalter 66, 67, 68, โ€ฆ 71! Nein zur unsozialen Initiative zur Erhรถhung des Rentenalters auf 66 Jahre und mehr!

    Die Junge FDP verlangt eine Rentenaltererhรถhung fรผr alle. Bis 2033 soll das Rentenalter Schritt fรผr Schritt auf 66 Jahre steigen, danach soll es an die Lebenserwartung geknรผpft werden. Darum muss die heutige Jugend damit rechnen, dass sie bis 70 Jahre oder lรคnger arbeiten muss. Das heutige Drei-Sรคulen-Modell (AHV, berufliche Vorsorge und private dritte Sรคule) wurde 1972 eingefรผhrt. Wรคre damals das Rentenalter an die Lebenserwartung geknรผpft worden, mรผssten wir heute bis 71 arbeiten. Die Junge FDP behauptet vรถllig faktenfrei, dass dies nรถtig sei, weil sonst die AHV ruiniert werde. Als ยซBeweisยป fรผhrt sie unrealistische Rechnungen an, die das Bild der AHV-Finanzen rabenschwarz malen. Um die AHV zu ยซrettenยป, mรผsse das Rentenalter fรผr alle steigen, redet die Junge FDP dem Stimmvolk ein. Wirklich fรผr alle? Wer es sich leisten kann, geht schon heute frรผher in Pension. Eine Rentenaltererhรถhung trifft deshalb Menschen mit tiefen Lรถhne, die sich keine Frรผhpension leisten kรถnnen. Weil sie bis 65 Jahre arbeiten mรผssen, haben diese Menschen auch eine tiefere Lebenserwartung. Darum: Nein zur unsozialen Rentenaltererhรถhung!


    Du mรถchtest weitere Informationen?

    Dann besuche die Website des Initativkomitees der 13. AHV-Rente, oder sieh dir Forderungen und Manifest des Frauenbรผndnisses an.


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  • Medienmitteilung: 800 Streikende fordern an der feministischen Landsgemeinde Gleichstellung subito!

    Medienmitteilung: 800 Streikende fordern an der feministischen Landsgemeinde Gleichstellung subito!

    Medienmitteilung – 14. Juni 2023 – feministischer Streik 2023

    In Bern haben am Mittwoch 800 Streikende an der feministischen Landsgemeinde auf dem Bundesplatz ihre Forderungen gestellt. Die Versammelten schworen ยซso lange fรผr die Gleichstellung aller Menschen in diesem Land zu kรคmpfen, bis diese erreicht ist.ยป Auch Politiker*innen nahmen an der symbolischen Aktion teil, darunter Parlamentarier*innen verschiedener Parteien.  

    Die Landsgemeinde begann mit einem feierlichen Einzug der Moderatorinnen und der Schreiberin. Nach dem feministischen Schwur mit emporgereckter linker Faust verabschiedeten die Beteiligten jeweils mit grosser Mehrheit sechs Forderungen. Es sind dies:

    • Ja zu gleichem Lohn fรผr gleiche Arbeit und zu einem Gleichstellungsgesetz, das Verstรถsse bestraft
    • Ja zu einer 13. AHV-Rente und Nein zur Scheinreform der Berufsvorsorge, damit die Rente den Existenzbedarf deckt und die Lebenshaltung sicherstellt
    • Ja zu mehr Zeit und Geld fรผr Sorgearbeit und zu einer Elternzeit von einem Jahr
    • Ja zu einem Grundrecht auf Einbรผrgerung bei der Geburt oder nach fรผnf Jahren Aufenthalt
    • Ja zu genรผgend Geld fรผr Aufklรคrung, Prรคvention, Schutz und Hilfe fรผr gewaltbetroffene FLINTAQ und ihre Kinder
    • Ja zur Einfรผhrung eines dritten Geschlechts im Personenstandsregister.

    Bei jeder Abstimmung wurde der Bundesplatz durch die emporgehobenen Stimmkarten ganz und gar violett.

    Das grosse Interesse an der Aktion freute die Organisator*innen des feministischen Streikkollektivs Bern. ยซWir haben 500 Stimmkarten drucken lassen. Doch diese reichten bei Weitem nichtยป, sagte Olivia Borer vom Streikkollektiv Bern. Abstimmen konnten FLINTAQs โ€“ also Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, non-binรคre, trans und agender Personen und Queers mit oder ohne Schweizer Pass und jeglichen Alters. ยซDie starke Beteiligung von Menschen ohne Schweizer Pass zeigt, wie gross ihr Interesse ist mitzubestimmen in unserer gemeinsamen Heimatยป, sagte Emine Sariaslan von der Gruppe Migration des Streikkollektivs Bern.

    50 Aktionen und Veranstaltungen

    Der Streiktag startete bereits am Vormittag mit den ersten der insgesamt 50 Aktionen und Veranstaltungen. Unter anderem รผbergab die Gruppe Migration dem Stadtrat eine Partizipationsmotion, die verlangt, dass Migrant*innen durch gezielte Weiterbildung bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten. รœber Mittag trafen sich die Streikenden zum Picknick an verschiedenen Orten in der Stadt Bern. Auf dem Bundesplatz konnten sich Interessierte an Stรคnden รผber feministische Themen informieren, bei Aktionen mitmachen, Bullshitsรคtze demontieren oder sich bei lebenden Bรผchern รผber Care-Arbeit austauschen.

    Die Demo am Abend wird laut Ab 15 Uhr zieht der Kinderwagenumzug der Mรผtter, Grossmรผtter und Kinderbetreuer*innen mitsamt den Kindern durch die Stadt. Als weiterer Hรถhepunkt des Streiktages startet um 17.30 Uhr die Demonstration von der Schรผtzenmatte. Diese wird auf dem Bundesplatz enden, wo Schlusskundgebungen und Konzerte stattfinden. Die Botschaft der Streikenden lautet: Genug, basta, รงa suffit

    Weitere Auskรผnfte: medien@frauen-streiken.ch

    Das Programm des Streiktags 2023 und Bilder finden Sie unter: www.frauen-streiken.ch

    Klicken Sie hier um die Medienmitteilung herunterzuladen: Medienmitteilung feministischer Streik 14. Juni 2023

  • Medienmitteilung: Genug, basta, รงa suffit! Wir streiken heute!

    Medienmitteilung: Genug, basta, รงa suffit! Wir streiken heute!

    Medienmitteilung – 14. Juni 2023 – feministischer Streik 2023

    Genug, basta, รงa suffit! In Bern finden am feministischen Streik 2023 heute Mittwoch rund 50 Aktionen, Veranstaltungen und Kundgebungen statt. So versammeln sich Frauen und genderqueere Menschen kurz nach dem Mittag zu einer feministischen Landsgemeinde auf dem Bundesplatz. Danach zieht ein Kinderwagenumzug fรผr mehr Zeit und Geld fรผr gute Kinderbetreuung durch die Altstadt. Eine grosse Demonstration von der Schรผtzenmatte auf den Bundesplatz wird am Abend Zeit, Respekt, anstรคndige Lรถhne und Renten, sowie ein Ende der Gewalt gegen FLINTAQ einfordern.

    Seit dem grossen Frauenstreik von 2019 hat sich die Wirtschaftslage von FLINTAQ (Frauen, Lesben, intergeschlechtlichen, nicht-binรคren, trans, agender und queeren Menschen) verschlechtert. Die starke Erhรถhung der Krankenkassenprรคmien und die Inflation haben die Armut noch verschรคrft, die ihrerseits durch Lohnungleichheit, tiefe Lรถhne in Frauenberufen und gratis Familien- und Betreuungsarbeit verursacht wird. Um die Lohnungleichheit zu beseitigen, braucht es darum ein Gleichstellungsgesetz, das beisst!

    Zudem werden die Streikenden die Politik daran erinnern, dass sie mit der BVG 21-Revision, die jetzt vorliegt, ihr Versprechen klar gebrochen hat: Vor der AHV-21-Abstimmung hat die Politik versprochen, die Lage von Frauen โ€“ die im Schnitt eine Rentenlรผcke von rund 35 Prozent aufweisen โ€“ zu verbessern. Mit BVG 21 wird sich im Gegenteil die Lage fรผr alle, auch fรผr die Mรคnner, verschlechtern.

    Die Renten sind eines unter anderen Themen der feministischen Landsgemeinde, die um 13:33 Uhr auf dem Bundesplatz stattfindet. Aufgerufen zur Teilnahme an der Aktion auf dem Bundesplatz sind FLINTAQs mit oder ohne Schweizer Pass jeglichen Alters. Am Kinderwagenumzug am Nachmittag werden dann Grossmรผtter, Tagesmรผtter und Kita-Mitarbeiter*innen gemeinsam mit den Kindern fรผr ihre Forderungen auf die Strasse gehen.

    Demonstration am Abend

    FLINTAQ treiben am Streiktag noch weitere Missstรคnde auf die Strasse: Alleine 2023 wurden bislang elf Frauen Opfer eines Femizids. Die Schweiz unternimmt nach wie vor viel zu wenig, um geschlechtsspezifische, sexualisierte und hรคusliche Gewalt zu stoppen. Ein Ende haben muss zudem Rassismus und jegliche Arten von Diskriminierungen. Weiters werden die Streikenden verlangen, dass Abtreibungen in der Schweiz endlich entkriminalisiert werden. Um 17:30 Uhr startet als Hรถhepunkt des 14. Juni die Demonstration von der Schรผtzenmatte. Diese wird auf dem Bundesplatz enden, wo Schlusskundgebungen und Konzerte stattfinden.

    Weitere Auskรผnfte: medien@frauen-streiken.ch

    Das Programm des Streiktags 2023 und Bilder finden Sie unter: www.frauen-streiken.ch

    Klicken Sie hier um die Medienmitteilung herunterzuladen: Medienmitteilung feministischer Streik 14. Juni 2023

  • Fรผr Frieden โ€“ Gegen Krieg

    Das FrauenStreik-Kollektiv Bern verurteilt den Krieg in der Ukraine und setzt sich ein fรผr Frieden โ€“ weltweit! Wir sind solidarisch mit den Menschen in der Ukraine und mit denjenigen auf der Flucht. Die Schweiz soll alles tut, um diesen Menschen zu helfen und flรผchtende Menschen aufnehmen – ohne Einschrรคnkung! Das FrauenStreik-Kollektiv Bern fordert, dass die Schweiz die Uno-Resolution 1325 ยซFrauen, Frieden und Sicherheitยป vollumfรคnglich anwendet โ€“ in der Schweiz und auf der ganzen Welt!

    Das FrauenStreik-Kollektiv unterstรผtzt den Appell fรผr Frieden und Entmilitarisierung https://www.1000peacewomen.org/aktivitaeten/advocacy/appell-fuer-frieden-und-entmilitarisierung-123.html

    Das FrauenStreik-Kollektiv Bern setzt sich fรผr eine geschlechtsspezifische Sicht auf Krieg und Frieden ein. Mehr dazu Leandra Bias, Expertin fรผr geschlechterspezifische Friedensfรถrderung https://www.ellexx.com/de/themen/gesellschaft/ich-bin-trotz-allem-uberzeugt-dass-es-die-ukraine-weiterhin-geben-wird-und-es-das-ende-von-putin-sein-wird-leandra-bias-swisspeace-krieg-ukraine-geschlechterspezifische-friendensforderu/

    Den ganzen Appell des CFD, von Brava (ehemals TERRE DES FEMMES Schweiz), Friedensfrauen Weltweit, des Frauenstreik-Kollektivs Bern und von der Ngo-Coordination Post Beijing Switzerland findest du hier.

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