
Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns das Leben klaut!
Heute Abend versammeln wir uns auf dem Bundesplatz in Bern. Gestern hat der Nationalrat die Finanzierung von dringend notwendigen Massnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt abgelehnt. Wir haben genug! Wir sind zahlreiche und kommen zu einer spontanen Kundgebung zusammen. Die spontane Mobilisierung zeigt: Gewalt an Frauen beziehungsweise FLINTA -Personen darf nicht länger kleingeredet, ignoriert oder unterfinanziert werden.
Warum heute protestiert wird:
Die patriarchale Gewalt in der Schweiz nimmt zu. Der Entscheid des Nationalrats ignoriert das Bedürfnis nach Sicherheit seiner Wähler:innen. Die aktuellen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
- 2024 registrierte die Polizei über 21’000 Fälle häuslicher Gewalt, ein erneuter Anstieg.
- Rund 70 % der Betroffenen sind Frauen und Mädchen.
- Im laufenden Jahr 2025 wurden bereits 27 Frauen und Mädchen Opfer von Feminiziden – getötet, weil sie Frauen waren.
4,4 Millionen Frauen brauchen Schutzunterkünfte und Präventionsstellen. Statt diese Realität ernst zu nehmen und entsprechende Organisationen ausreichend zu unterstützen, hat der Nationalrat beschlossen, genau jene Mittel zu verweigern, die Leben retten könnten. Ein Entscheid, der viele Menschen wütend und fassungslos macht.
Das feministische Netzwerk in Bern erlebt seit Monaten eine spürbare Verschärfung des gesellschaftlichen Klimas: Antifeministische Angriffe, politische Rückschritte und ein wachsender Backlash gegen hart erkämpfte Rechte. Antifeministisch und Antigender ist in der Mitte angekommen, was in den gestrigen Voten ablesbar ist. Der gestrige Entscheid hat diese Entwicklung auf drastische Weise verdeutlicht und die spontane Kundgebung ausgelöst.
Eine Stimme der Kundgebung
«Wir stehen hier, weil wir genug haben.
Wir bleiben nicht mehr still! Gleichberechtigung bedeutet, 4,4 Millionen Frauen mindestens dieselbe finanzielle Unterstützung zuzugestehen, wie Schafen und Herdöpfeln. Wir appellieren an unsere demokratisch gewählten Repräsentant:innen im Sinne ihrer Wähler:innenschaft zu handeln.»
Ablauf der Spontankundgebung
Die Kundgebung beginnt heute um 18.30 Uhr auf dem Bundesplatz. Sie ist offen, friedlich und von einem breiten Bündnis feministischer Gruppen getragen. Menschen aus der ganzen Schweiz werden erwartet, um gemeinsam ein unübersehbares Zeichen zu setzen: Der Schutz vor Gewalt ist keine Verhandlungsfrage.
Kontakt:
Jael Seiler
Feministisches Streikkollektiv Bern
